Geschichte der Schule

Es fing nicht erst 1955 an. Schulleben gab es in der Maschstraße schon viel früher. 1887 bis 1889 wurde das Schulgebäude der unteren Bürgerschule in der Maschstraße 41 erbaut. Aus dem Verwaltungsbericht des Stadtmagistrats geht hervor, dass das Grundstück, das eine Größe von 4200 qm besitzt, zum Preis von 90 000 Mark erworben wurde. Der dreigeschossige Backsteinbau, der 1889 eingeweiht wurde, besaß 24 Klassenräume.

Das Braunschweiger Tageblatt berichtete in seiner Ausgabe vom 2.5.1889 von der Schuleinweihung. Natürlich wird die prächtige Lage am Ufer der Oker erwähnt. Das Grundstück sei mit einer beträchtlichen Anzahl von Bäumen bepflanzt worden.

Die Kinder besuchen die unteren Bürgerschulen sieben Jahre und beginnen im Anschluss daran häufig eine betriebliche Ausbildung. 1919 wird die Schule in der Maschstraße zur achtstufigen Bürgerschule erweitert. Die Umbenennung in Volksschule Maschstraße erfolgt 1930. Die Schülergenerationen erleben das Kaiserreich, den 1. Weltkrieg, die Novemberrevolution, die Weimarer Republik, Inflation, Weltwirtschaftskrise, das Erstarken der NSDAP, die so genannte Machtergreifung, den Nationalsozialismus und schließlich den Ausbruch des 2. Weltkriegs.

Im Oktober 1944 wird die Schule in der Maschstraße durch einen alliierten Bombenangriff zerstört. Erst 1953 wird der ganze Schutt beseitigt und darauf das heutige Schulgebäude errichtet. Gegründet wird an dieser Stelle 1955 die Volksschule Maschstraße. Der Neubau der fünfziger Jahre wird in einem ganz nüchternen und sachlichen Stil errichtet. Der moderne, zweckmäßige Bau wird begrüßt. Die Schule ist mit einer Schulküche, einem Werkraum, einer Aula und einer Pausenhalle gut ausgestattet.

Gründung der Realschule Maschstraße

1957 soll in Braunschweig eine 4. Mittelschule entstehen. Zu dem Zeitpunkt existieren die Mittelschulen Augustplatz, Heydenstraße und Sidonienstraße. Die Mittelschule Augustplatz hat 963 SchülerInnen. Zwei 5., zwei 6. und zwei 7. Klassen sollen von dieser Schule abgegeben werden und den Grundstock für die neu zu bildende Schule bilden. Untergebracht wird sie in frei gewordenen Räumen der Volksschule Pestalozzistraße. Die neue Schule trägt den Namen Mittelschule i.E. (in Entwicklung) Pestalozzistraße.

So existieren zwei Schulen unter einem Dach, die Volks- und die Mittelschule Pestalozzistraße. Es müssen die Funktionsräume, die Turnhalle und das Lehrerzimmer gemeinsam genutzt werden. Hausherr bleibt der/die Schulleiter/in der VS Pestalozzistraße. Die Schülerzahlen der Mittelschule steigen ständig, so dass bald große Raumnot herrscht und von einem unhaltbaren Zustand gesprochen werden muss. Doch erst 1967 kann man das Gebäude in der Maschstraße beziehen, das sich äußerlich, wenn man die beiden Bilder aus den sechziger Jahren und aus unserer Zeit miteinander vergleicht, kaum verändert hat.

1967, als die Realschule aus der Pestalozzischule in das Gebäude in der Maschstraße einziehen will, wird gegen dieses Vorhaben kräftig protestiert. Doch die Proteste der Lehrer, Schüler und Eltern der Volksschule haben keinen Erfolg. Die Volksschule in der Maschstraße wird aufgelöst und die SchülerInnen der Mittelschule Pestalozzistraße ziehen in das Gebäude Maschstraße 41 ein.

Orientierungsstufe

Bis 1974 sind nicht nur die 7. – 10. Klassen vertreten, sondern auch die 5. und 6. Klassen. Ab 1974 wird die Orientierungsstufe in Niedersachsen eingeführt und in eigenen Gebäuden untergebracht. Die von der niedersächsischen Landesregierung im Jahr 2003 verabschiedete Schulreform sieht auch die Auflösung der Orientierungsstufen vor. Seit 2004/05 besuchen nun auch wieder SchülerInnen der 5. und 6.Klassen unsere Schule. Bis zum Schuljahr 2008/09 wird ein Jahrgang in der Außenstelle Diesterwegstraße beschult.

Bauliche Veränderungen

Die Realschule Maschstraße besitzt bis zum Jahre 1976 für die naturwissenschaftlichen Fächer nur einen Funktionsraum. Hier werden Chemie und Physik unterrichtet. Die Stunden, die man dort nicht mehr unterbringen kann, sowie die kompletten Biologiestunden werden im Klassenraum erteilt. Die Ausstattung für Lehrerversuche – vor allem im Fach Physik – ist hervorragend. Schülerversuche aber sind nur eingeschränkt möglich. Dank der intensiven Bemühungen des damaligen Rektors, Herrn Balke, und der eindringlichen Stellungnahmen der Fachlehrer wird der heutige Anbau genehmigt.

Auf dem Dach des Anbaus wird später mit Hilfe von Herrn Dittmann, Herrn Herden und einigen hilfsbereiten Schülern eine Photovoltaikanlage installiert. Die entstandene Sonnenenergie wird in Wechselstrom umgewandelt und ins Hausnetz der Schule eingespeist. Durch dieses Projekt werden die Chancen, als Umweltschule ausgezeichnet zu werden, verbessert. Seit 1997 gehört die Realschule Maschstraße zu den Umweltschulen Europas, deren Zahl niedersachsenweit auf 353 (Stand 2012) angewachsen ist.

Im Sommer 1993 entsteht der Plan, den alten Kohlenkeller in eine Cafeteria umzubauen. Zunächst müssen die Kohlereste entsorgt werden – bei ca. 100 m2 im wahrsten Sinne des Wortes eine „Schwarzarbeit“ (allerdings keineswegs strafbar). Die Stadt Braunschweig stellt den Heizungsanschluss bereit und setzt die Außenfenster ein.
Der Rest wird fast ausschließlich von Schülern geleistet: Mauerdurchbrüche für Türen stemmen, viele Tonnen Schutt entsorgen, neue Türen einsetzen, Pfeiler ummauern (Brandschutz), Wasser anschließen, Abwasser natürlich auch, Leitungen und Rohre mit Holzplatten verkleiden, Malerarbeiten und vieles, vieles mehr. Viele Eltern unterstützen die Unternehmung durch Geld- und Sachspenden.

Die Schüler sind mit sehr viel Eifer und Freude bei der Arbeit. Sie sind stolz auf das Geleistete. Auch wenn sich durch diese Eigenarbeit die Bauzeit doch sehr verlängert. Einige Eltern hätten gern geholfen, damit man mit dem Bau schneller vorankäme. Doch am Ende können die Schüler feststellen, dass sie die Cafeteria gebaut haben. Im November 1997 wird die Einweihung gefeiert.

Anfang der 90er Jahre wird die Verwaltungsebene von der Stadt umgebaut.

In der zweiten Hälfte der 90er Jahre erneuert die Stadt die Toilettenanlage für die SchülerInnen. Diese werden 2008 vollkommen saniert. Außerdem wird ein Kunstraum, der dringend notwendig ist, errichtet. Dieser wird vorübergehend als Klassenraum genutzt, sehr zum Leidwesen der Kunstlehrerinnen. Seit dem Schuljahr 2012/13 kann der Kunstraum wieder seiner Bestimmung zugeführt werden.

Personelle Veränderungen

Herr Wolf geht 2007 in den Ruhestand. Unser derzeitiger Schulleiter, Herr Hantelmann, übernimmt die Dienstgeschäfte zum 1.2.2007.

Reformen

Abschlussüberprüfungen in den 10. Klassen werden 2000 eingeführt. Zentrale Abschlussarbeiten in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik werden in den 10. Haupt- bzw. Realschulklassen erstmals 2006/07 geschrieben. Dies führt insgesamt zu einem höheren Leistungsdruck in den Abschlussklassen der Realschule. Trotzdem können die Zehntklässler unserer Schule in den zurückliegenden Schuljahren auf ein positives Ergebnis zurückblicken, wenn sie sich ihre Zeugnisse anschauen.

 

Text: Chronik der Realschule Maschstraße 1957 – 2007
Aktualisierungen: Eva-Maria Ahlers-Görlach

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