Zwei Familien – ein Schicksal

Im letzten Schuljahr haben wir, die Klasse 10c, im Rahmen des Stolpersteinprojekts zu den zwei jüdischen Familien Rosenstock und Herzberg recherchiert, die zur Zeit des Nationalsozialismus in Braunschweig lebten und Opfer von Verfolgung wurden.

Dafür sind wir eine Woche ins Stadtarchiv gegangen. Wir sahen uns Bücher über jüdische Familien, Zeitungen aus der Zeit, Urkunden, Baupläne und Bilder an. Wir fanden z.B. heraus, dass Georg Herzberg im Gefängnis saß.

Zwischendurch gab es einige Überraschungen, z.B. dass Charlotte, die Tochter der Familie Rosenstock, 1937 Schülerin unserer Schule war oder dass Georg Herzberg im Ersten Weltkrieg Soldat war.

Anschließend arbeiteten wir noch in der Schule, trugen unsere Informationen zusammen, erstellten eine Mappe und klärten Missverständnisse.

Aber das war nicht das Ende. Wir versuchten, Kontakt mit möglichen Nachfahren der Familien aufzunehmen oder erhielten weitere Dokumente von anderen Archiven. Diese Informationen bauten wir auch noch in unsere Texte ein.

Unsere Ergebnisse werden wir am 22.3.2017 im Roten Saal im Schloss vorstellen.

Das Stolpersteinprojekt wurde von Gunter Demnig gestartet, um an die Opfer der NS-Zeit zu erinnern. Dafür recherchieren Klassen die Biographien verschiedener Familien, die entweder in der NS-Zeit gestorben oder geflohen sind oder auch in Deutschland geblieben sind und überlebt haben. Nachdem man mögliche Nachfahren aufgespürt hat und vielleicht Kontakt mit ihnen aufgenommen hat, gibt man eine Kopie der Information an die Organisation weiter, die daraufhin einen oder mehrere Stolpersteine verlegen lässt.

Stolpersteine sind kleine Messingtafeln mit abgerundeten Ecken und Kanten, sie sind mit von Hand eingeschlagenen Lettern beschriftet und werden auf einem kleinen Betonwürfel angebracht. Sie sind etwas höher als ihre unbeschlagenen Artgenossen, damit man über sie „stolpert“.
Die Stolpersteine werden vor der letzten freigewählten Wohnung der Verfolgten verlegt. Es gibt Stolpersteine in Österreich, Belgien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Rumänien, Russland, Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Tschechien, der Ukraine und Ungarn.

Es war sehr interessant, über die beiden Familien zu recherchieren. Wir haben so vieles gelernt und mit einer Nachfahrin von Herzberg, die in Sao Paulo lebt, Kontakt aufgenommen.

Text: Denis Agadzhanyan, Kl. 10c, Schulj. 2016/17

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